Speed-dating-winetasting: Mod-winzer Trafen Sich Im Speicher Am Kaufhauskanal – Besser-im-blick

Harburg. Mod-Wine – Moderne Weine. So heißt ein junger Zusammenschluss deutscher Winzer. Kurz vor der Pandemie haben sie sich vereint, um gemeinsam den industriell und „ausdruckslosen“ Weinmarken entgegenzutreten.

Dabei setzen die Winzer auf durchaus auf traditionelle Werte wie Handwerk, Nachhaltigkeit, Regionalität, Terroir und Familien-Tradition. Was aber eben nicht heißt, nicht modern zu sein. So bringen sie in ihren Weinen die verschiedenen Böden und (Ausbau-)Stile zur Geltung und auch bio(dynamische) Winzer sind vertreten. Das Mod-Zielpublikum ist vom Fach: Weinhändler und Gastronomen sollen bei den Mod-Winzern neue Weine für ihr Portfolio finden.

Speed-Dating: Die neue Form der Weinprobe

Das Handicap der Gruppe: Während des Lockdowns konnten sie keine B2B-Veranstaltungen machen. Mit den Lockerungen und mit einer guten Idee haben sie es aber jetzt geschafft, eine Form zu finden: Ein Weinverkostungs-Speed-Dating. Und ein solches fand am Montag im Speicher am Kaufhauskanal im Harburger Binnenhafen statt.

Um das Event coronakonform durchzuführen konnten sich immer nur Einzelne mit dem jeweiligen Winzer ihrer Wahl zusammensetzen. Kein freier Stuhl beim Winzer hieß also: warten. Mittels Impulsvorträgen zu einem ausgesuchten Wein über die Lautsprecheranlage konnten die Winzer aber immer wieder reihum sich dem gesamten Publikum vorstellen.

Und die Idee kam durchaus an. „Wir werden diese Form auch nach Corona wahrscheinlich beibehalten“, verriet Susanne Platzer, Weinakademikerin WSET Diploma in Wines and Spirits und Sommeliére von Culinarium Bavaricum. „Es ist so viel persönlicher und entspannter.“ Auch die Besucher hätten positive Rückmeldungen gegeben.

Bio – Holz – Schiefer – Maische – Sekt: Mod-Themenwelten im Speicher

Aufgeteilt waren die Weingüter nicht nach Anbaugebiet, sondern sie waren thematisch organisiert. „Bio/-dynamisch“, „Schiefer“, „Maische“, „Sekt“ – waren Thema an den jeweiligen Tischen. Beim Thema „Holz“ war auch Andreas Hammerstein vom Weingut Eugen Müller aus Deidesheim in Rheinland-Pfalz. Das Weingut hat berühmte Lagen im Forst an der Weinstraße wie Pechstein, Ungeheuer, Jesuitengarten und Kirchenstück. Hier werden die Großen Lagen-Riesling und die Roten in Holzfässern ausgebaut.

„Es war ein schwieriger Start“, berichtet Andreas Hammerstein über den Beginn von Mod. Das Speed-Dating-Konzept hält er für eine schöne Sache. „Es ist businessmäßiger, aber das persönliche bleibt dabei nicht auf der Strecke“, ist sein Urteil. Ob sich das Konzept in der Zukunft durchsetzt, wenn Corona vorbei ist, weiß er nicht. Aber: „Es bietet die Möglichkeit, in Kontakt zu kommen.“

Aber es braucht auch ein tolles Gefäß um einen tollen Wein zur Geltung zu bringen. Deshalb war die Glasmanufaktur Sophienwald aus Österreich mit dabei und präsentierte ihre mundgeblasenen Weingläser. Leicht und dünnwandig und dabei doch elastisch und stabil, sogar spülmaschinenfest sind sie auch für die Gastronomie eine Empfehlung.

Wer mehr über Mod erfahren möchte, kann sich auf der Website www.mod-wine.de umschauen.