Kapitalpuffer Der Inlandbanken Wohl Ausreichend | Unternehmen Finanz

(AWP) Die Schweizer Inlandbanken erwiesen sich angesichts der sich verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen im Jahr 2020 als widerstandsfähig. Die auf den Binnenmarkt fokussierten Institute dürften nach Auffassung der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 5’280.00 -0.38%)) auch einen zusätzlichen externen Schock mehrheitlich überstehen.

Die Kapitalpolster der Inlandsbanken seien ein entscheidendes Element für deren Widerstandskraft, betonte die SNB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten «Bericht zur Finanzstabilität 2021». Denn die Kapitalpolster bestimmten nicht nur, wie viele Kredite eine Bank vergeben könne. Sie helfen den Instituten auch, mögliche Verluste zu verkraften.

Und die Leverage- als auch die risikogewichteten Kapitalquoten der Inlandsbanken lägen aktuell auf einem historisch hohen Niveau, betonte die SNB. Sie lägen entsprechend deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen.

Eine Szenarioanalyse SNB lege nahe, dass die «meisten» Institute auch einen Sturm wie eine anhaltende Rezession im Euroraum, den USA oder einen Zinsschock überstehen würden. «Einige» Banken würden dennoch unter das regulatorische Minimum fallen.

Risiko Immobilienmarkt

Ein besonderes Schlaglicht wirft die SNB einmal mehr auf den heimischen Immobilienmarkt. Die inländisch ausgerichteten Banken hätten ihr Engagement in dem Bereich weiter erhöht, was Grund zur Sorge bereite.

Zwar sei die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur am Hypotheken- und Immobilienmmarkt infolge der Pandemie wegen der aufgehellten Konjunkturperspektiven geringer geworden, so die SNB. Auch sei das Hypothekarvolumen der inländischen Banken mit 3,7% etwas langsamer gestiegen als im Vergleich zum Vorjahr (+4,0%). Gleichzeitig seien aber die Erschwinglichkeitsrisiken auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das gelte insbesondere für Renditeliegenschaften.

Die SNB werde die Entwicklungen an den Hypotheken- und Immobilienmärkten daher weiterhin genau beobachten, erklärten die Währungshüter. Sie werde auch regelmässig die Notwendigkeit einer Reaktivierung des sogenannten antizyklischen Kapitalpuffers prüfen.

Die SNB hatte den Puffer im Zuge der Corona-Krise im Frühjahr 2020 aufgehoben, damit die hiesigen Banken mehr Liquidität erhalten und die hiesige Wirtschaft besser mit Krediten versorgen können. Das Instrument war vor rund neun Jahren eingeführt worden und sollte die Risiken einer Immobilienblase eindämmen.